Breitbandausbau für den ländlichen Raum nach wie vor wichtiges Thema


Bürgermeister Alfons Brandl (rechts) informierte Rainer Erdel (links) über das ''Herrieder Modell'' zum Breitbandausbau Die Steigerung der Breitbandversorgung in Deutschland sowohl in der Fläche als auch in der Leistungsfähigkeit ist ein wichtiger Punkt in der Arbeit der Regierungskoalition. Ein ganz besonderes Augenmerk legt der westmittelfränkische Bundestagsabgeordnete Rainer Erdel darauf, dass dabei auch der ländliche Raum bestmögliche Teilhabe erhält. "Die Breitband-Versorgung in Deutschland ist auf einem guten Weg, aber wir müssen verstärkt darauf achten, auch den ländlichen Raum zu versorgen", so Rainer Erdel. Gerade kleinere Gemeinden oder solche mit vielen Gemeindeteilen dürften keinen dauerhaften Standortnachteil erleiden, nur weil sich der Anschluss solcher Gebiete als wirtschaftlich schwierig darstelle.
Ob es eine Verpflichtung des Staates gebe, einen Breitbandzugang für alle Bürger im Sinne einer Grundversorgung zu gewährleisten oder ob eine flächendeckende Versorgung auch durch den freien Markt, flankiert von staatlichen Rahmenmaßnahmen zu erreichen sei, sei dabei eine interessante, aber auch theoretische Frage. Wichtiger sei es, zeitnahe und praktikable Möglichkeiten der Versorgung der Menschen insbesondere in ländlichen Gebieten aufzuzeigen.
Über eine solche Möglichkeit informierte sich Erdel bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister der Gemeinde Herrieden Alfons Brandl. Brandl stellte dem Abgeordneten die geplante Breitbandversorgung für die Gemeinde Herrieden vor. Dabei wird die Möglichkeit geschaffen, über eine Bürgergenossenschaft ein eigenes Breitbandnetz zu verlegen und damit, sofern gewünscht, jeden Bürger auch in abgelegeneren Ortsteilen mit dem schnellen Internet zu versorgen. Damit seien die Gemeindebürger einerseits von den großen Anbietern unabhängig, der Gemeinde entstehe kein großes finanzielles Risiko und nach Ablauf der Finanzierung sei das Netz im Eigentum der Genossenschaft. Der aktive Netzbetrieb laufe dann über eine lokale Betreibergesellschaft, mit der die Bürgerinnen und Bürger die Verträge abschließen. Bürgermeister Brandl ist stolz darauf, dass dieses Projekt wirtschaftlich darstellbar ist, auch wenn dadurch keine Förderung durch die "Breitbandinitiative Bayern" erfolge. Er würde sich lediglich staatliche Hilfe in Form von zinsgünstigen Darlehen wünschen.
Erdel war sichtlich beeindruckt vom Herrieder Modell. Dies sei ein weiterer guter Schritt in Richtung einer flächendeckenden Versorgung und zweifellos auch ein Pilotprojekt für andere Gemeinden.



