Mein Praktikum in der Hauptstadt
Rebecca Meier aus Dinkelsbühl berichtet über Ihr Praktikum in BerlinDie Politik ist keine Wissenschaft, wie viele der Herren Professoren sich einbilden, sondern eine Kunst - Otto von Bismarck


Rebecca Meier an ihrem Arbeitsplatz im Bundestagsbüro von Rainer Erdel. ... und diese Kunst konnte ich während meines vierwöchigen Praktikums im Bundestag hautnah miterleben. Da ich selbst Politikwissenschaft studiere, beschäftige ich mich täglich mit Politik. Aber eben auf einer wissenschaftlichen und theoretischen Ebene, die der Realität nicht immer ganz entspricht. Deswegen war es für mich besonders spannend, einmal hinter die Kulissen zu schauen. Zunächst wurde ich über den Tätigkeitsbereich der einzelnen Mitarbeiter informiert.
Rückblickend kann ich sagen, dass das Praktikum für mich persönlich ein voller Erfolg war. Ich bekam nicht nur einen tieferen Einblick in die politische Realität, sondern verabschiedete mich auch von so manchem Vorurteil. Dadurch dass ich immer wieder dazu ermutigt wurde an Veranstaltungen teilzunehmen, konnte ich mein Wissen enorm erweitern und kam mit interessanten Persönlichkeiten in Kontakt.
Auch die Arbeit im Büro, bei der ich z.B. Pressemitteilungen und Zusammenfassungen verfasste und bei der Zusammenstellung des täglichen Pressespiegels half, vermittelten mir ein umfassendes Bild von den abwechslungsreichen Tätigkeiten eines Mitarbeiters im Abgeordnetenbüro.
Da Herr Erdel im Ausschuss Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie dem Verteidigungsausschuss Mitglied ist, setzen sich die Mitarbeiter intensiv mit den Themen auseinander und leisten die Vorarbeit, die nötig ist, um eine vollgepackte Sitzungswoche reibungslos ablaufen zu lassen. Auch ich durfte mich daran beteiligen. So bekam ich die Gelegenheit, mich mit interessanten und vor allem brandaktuellen Themen wie EHEC, dem Atomausstieg, dem EEG, CCS (Carbon Capture Storage) oder auch der bevorstehenden Unabhängigkeit des Südsudans beschäftigen. In den Arbeitsgruppen und Arbeitskreisen zu denen ich Herrn Erdel begleiten konnte, stellte ich fest, dass Politik wirklich eine Kunst ist.
Um aus den unterschiedlichen Meinungen der Arbeitsgruppe, des Koalitionspartner, des Arbeitskreises und schließlich der Fraktion einen halbwegs einheitlichen, vernünftigen Gesetzesvorschlag zu machen, bedarf es enormer Kreativität und politischem Geschick. Was mich hierbei besonders verblüffte, war die Berichterstattung der Medien. Da ich selbst dabei war, als zum Beispiel CCS fraktionsintern diskutiert wurde, konnte ich nur den Kopf schütteln, als ich am selben Tag in der Presse las, dass die FDP "ja grundsätzlich" dagegen sei. Aber mein Praktikum öffnete mir nicht nur in diesem Bereich die Augen.
Herr Erdels Terminkalender war ebenfalls ein Phänomen für sich, dass jede Phrase über die "faulen Politiker" Lügen straft. Trotz dieses Termindrucks nahmHerr Erdel sich immer wieder Zeit meine Fragen zu beantworten und mit mir politische Themen zu diskutieren. Generell fiel mir positiv auf, dass Herr Erdel sich besonders für die Probleme einzelner Bürger einsetzte und auch während der heißen Phase des Atomausstiegs Schulklassen in Berlin begrüßte.



