Rainer Erdel - Ihr Bundestagsabgeordneter für Ansbach-Land, Ansbach, Weißenburg und Gunzenhausen

Samstag, 19. Mai 2012
22.11.2011

''Wir brauchen maßgeschneiderte Lösungen, intelligente Lösungen am Arbeitsort der Mütter''

Werner Falk berichtet über die Altmühlrunde


Auch nach der Wahl gibt es die ''Altmühlrunde'': Sigrid Niesta-Weiser (links), die FDP-Sprecherin im Kreistag, will bei der Kinderbetreuung neue Wege gehen. Rechts MdB Rainer Erdel, in der Mittel Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel. Foto: Falk
GUNZENHAUSEN (fa)  - Die Kinderbetreuung soll stärker dort angesiedelt werden, wo die Mütter (oder Väter) arbeiten. Das sieht ein Konzept vor, das Sigrid Niesta-Weiser, die FDP-Kreisrätin, favorisiert. Sie will alles daran setzen, dass es bald im Landkreis eine Beispielseinrichtung gibt und kann auf die Unterstützung der Industrie- und Handelskammer bauen


Der Wahlkampf ist vorbei, aber die Probleme bleiben. Wie Katja Hessel, die Staatssekretärin im bayerischen Wirtschaftsministerium bei der "Altmühlrunde" im Parkhotel sagte, muss die Kinderbetreuung ganz generell flexibler werden: "Es müssen ja nicht alle Kindergärten gleichzeitig drei Wochen Urlaub machen."


Das Konzept, das Sigrid Niesta-Weiser, in den Wochen vor der Wahl aufgetischt hat, will sie nicht als eine plakative Forderung verstehen, sondern ihr geht es darum, neue Wege zu gehen, die vor allem den Müttern helfen, weiterhin berufstätig sein zu können und dennoch ihre Babys in guten Händen zu wissen. "Wir brauchen maßgeschneiderte Lösungen, intelligente Lösungen am Arbeitsort der Mütter."


Sie hält es für notwendig, zunächst die Kinderbetreuung in den Betrieben abzufragen und für möglich, dass sich die Betriebe und die Familien die Kosten teilen. Dabei geht es ihr in erster Linie nicht um Betriebskindergärten, wie sie schon in größeren Unternehmen bestehen, sondern um kleinteilige Lösungen in der Zusammenarbeit von mehreren kleinen Betrieben. Sie glaubt, die Betreuung der Kinder bis zu drei Jahren lässt sich so organisieren, dass sie nicht teurer ist als die öffentliche Kinderkrippe, von der es zu wenige gibt und die meist arbeitsplatzfern sind. Die von ihr favorisierte Lösung wäre, so sagt sie, billiger als ein Tagesmütterprojekt, das sich die wenigsten Familien leisten können.


Nach Meinung von Niesta-Weiser könnte der Landkreis eine koordinierende Funktion übernehmen, indem er beispielsweise eine zentrale Meldestelle schafft, wie der Bedarf aussieht. Sie verweist auf die Experimentierklausel im Kindergartengesetz, die es erlaubt, Gruppen bis zu acht Kindern von einer Fachkraft betreuen zu lassen. Die FDP-Frau ("Das Modell ist die beste Sozialpolitik") sieht vor einem strukturpolitischen Hintergrund, denn die erwerbstätige Bevölkerung im Landkreis sinkt in den nächsten zwanzig Jahren rapide. "Wir müssen den Zuzug junger Familien ermöglichen und uns gegen die fortwährende Abwanderung stemmen." Das gehe aber nur, wenn beide Elternteile arbeiten könnten, und das noch in einer schönen Landschaft mit einem hohen Freizeitwert.


Niesta-Weiser sieht in der IHK und ihrem Vorsitzenden Andreas Gebhardt und in dem Weißenburger Unternehmer Dr. Karl-Friedrich Ossberger "gute Mitstreiter". Die Betriebe sind nach ihren ersten Gesprächen durchaus bereit, ihren Kostenanteil für die Kinderbetreuungsstelle zu übernehmen. Sie ist optimistisch: "Wir müssen ein Modell starten und ich bin mir sicher, dass wir Nachahmer finden." Ganz nebenbei könnten die kleinen Betreuungseinrichtungen Praktikumsplätze für den Erzieherinnen-Nachwuchs bieten.


In der "Altmühlrunde" griff die FDP-Kreisrätin die Forderung des SPD-Landratskandidaten Uwe Döbler auf und fordert neben dem Technologietransferzentrum in Weißenburg und der Fachhochschule für angewandtes Management in Treuchtlingen auch auch ein Technologiezentrum für die Steinindustrie im Süden des Kreises. Wörtlich: "Das ist die nächste Baustelle im Kreis." Als Vorbild dient ihr das Granitzentrum in Hautzenberg im Bayerischen Wald. "Solnhofen hätte mit seiner Kulturhistorie sogar noch viel mehr zu bieten als der ostbayerische Standort", sagt sie. Sie wünscht sich, dass Altmühlfranken als der "starke Süden" sein Entwicklungspotenzial nutzt, "damit wir so stark werden wie es der Slogan aussagt."


Wie Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel sagte, werde das Förderprogramm des Freistaats die "weißen Flecken" schließen, die es bezüglich des schnellen Internets noch gebe. Im jetzt zu beratenden Nachtragsetat soll es ein neues Förderprogramm geben, das speziell von strukturschwachen Räumen genutzt werden kann. "Wir wollen", so Hessel, "dass die Arbeitsplätze aufs Land kommen". Als wichtig erachtet sie einen "Grabungsatlas", damit die teuren Erdverkabelungsarbeiten gebündelt werden können.


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